Presseartikel: 06.06.2011 - Landeszeitung: Ärger mit Fliegern am Wochenende / Flieger-Vorfälle verharmlost - offene Kommunikation gefordert

Ärger mit Fliegern am Wochenende

"Flugplatz für eine lebendige Stadt", LZ vom 4. Juni

Es ist immer wieder erstaunlich, wie meines Erachtens eine Minderheit für den Flugplatz Lüneburg agiert. Dass Lüneburg für Geschäftsflieger einen Flugplatz braucht, ist sicher unbestritten. Da wir unmittelbar Betroffene sind, möchten wir schildern, wie wir den Flugplatz wahrnehmen: In der Woche hört man kaum Fluggeräusche; sie sind schnell wieder weg, da die Flugzeuge kurz über das Grundstück fliegen, dann sind sie verschwunden. Und das ist auch nicht häufig. Aber dann kommen die Wochenenden: Das erste schöne Wochenende im Frühjahr, wir freuen uns, endlich den Garten genießen zu können, und dann geht es los: Ab etwa 9 Uhr morgens werden wir in Abständen von sehr lauten Maschinen umkreist, nicht einfach überflogen. Im Juni, also jetzt, geht der Fluglärm bis abends nach 20 Uhr. Wir sagen dann immer ironisch (aber mit einer Wut im Bauch): "Da kommt wieder ein Geschäftsflieger." Nach unserer Beobachtung reichen die Start- und Landegenehmigungen in der Woche absolut aus, aber die "Sportflieger" möchten natürlich am Wochenende alle fliegen und dafür brauchen sie mehr Starterlaubnisse. Hier schließt sich der Kreis, eine Minderheit wünscht sich für sportliche Betätigungen eine erhebliche akustische Beeinträchtigung für viele Mitbürger. Wir sind im Übrigen nicht zum Fluglärm befragt worden.

U. Danert, Wendisch Evern

 


 

Flieger-Vorfälle verharmlost - offene Kommunikation gefordert

"Luftnummern sorgen für Diskussionsstoff", LZ vom 24. Mai und Leserbriefe

Eines vorweg: Ich war bisher weder Befürworter oder Gegner des Flugplatzes in Lüneburg.

Dennoch finde ich es schon erstaunlich, wenn der Vorsitzende des Luftsportvereins, Herr Meier, bei der sogenannten "Umkehrkurve" des Doppeldeckers keine Gefahr für die Zuschauer erkennen konnte. Wenn nicht bei einem Motorausfall eines startenden Flugzeuges, das sich nur knapp über die Köpfe der Zuschauer hinweg wieder auf die Wiese (Es wurden nach meiner Erkenntnis bei diesem "Manöver" sowohl der Rollweg als auch die Start-Landebahn gekreuzt!) retten kann, wann bitte besteht denn überhaupt eine Gefahr?

Aus meiner Sicht haben wir unsagbares Glück gehabt, dass bei diesem unfreiwilligen Startabbruch nach dem Abheben nicht mehr passiert ist, als ein ordentlicher Adrenalinschub bei allen Beteiligten. Der zu dieser Zeit schon in heftigen Böen auftretende Wind machte den Maschinen zum Teil schon sichtlich zu schaffen. Was wäre passiert, wenn der Motor schon etwas früher ausgesetzt hätte? Wenn der Wind etwa anders gestanden hätte? Musste der Pilot die "Umkehrkurve" zwingend in Richtung Zeppelinstraße und somit in Richtung Gebäude und Zuschauer durchführen? Wenn ja, dann ist das aufgrund fehlender Optionen für den Piloten ein weiteres Indiz für eine akute Gefährdung der Zuschauer.

Und was macht der Luftsportverein? Dementieren oder verharmlosen. Eine offene Kommunikation sieht anders aus. Wer sich für den Erhalt des Flugplatzes einsetzen möchte, sollte doch lieber offen mit solch offensichtlichen Gefahrenpunkten umgehen und hierfür Lösungsansätze anbieten.

Bereits beim Überschlag des Doppeldeckers bei der Landung war zu erkennen, dass die Gefahr heruntergespielt werden soll: Bereits beim Start waren deutlich Probleme zu erkennen, denn hierbei kippte das Flugzeug kurz bedrohlich zur Seite und berührte mit einer Tragfläche fast den Boden. Nach der Bruchlandung war deutlich eine gebrochene Strebe des Fahrwerks zu erkennen. Bricht eine Fahrwerkstrebe durch Windböen und einen Maulwurfshügel?

Mit dem, was ich am Sonntag gesehen habe, möchte ich den Flugplatz auch lieber geschlossen sehen, denn wer so verantwortungslos mit den offensichtlich bestehenden Gefahren umgeht, hat in meinen Augen in Lüneburg keinen Platz verdient.

Lars Konrad

 

Erscheinungsdatum: 06.06.2011

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.