Presseartikel: 12.06.2009 - Landeszeitung: Anfrage in Hannover gestellt - Lüneburgs Grüne fordern Akteneinsicht

Anfrage in Hannover gestellt - Lüneburgs Grüne fordern Akteneinsicht

Landepiste im Landtag

as Lüneburg. Der geplante Ausbau der Landepiste des Lüneburger Flugplatzes bringt einige Bürger auf die Barrikaden, denn sie befürchten erheblich mehr Lärm durch eine Ausweitung der Starts und Landungen. Außerdem kritisiert die Bürgerinitiative "Lüneburg gegen Fluglärm", dass für den Ausbau der Piste - die allein Hobbyfliegern diene - Steuergelder verschwendet würden. Rückendeckung haben sie von den Stadt-Grünen, die nun Wind in die Sache bringen. Die Grünen haben das Thema nach Hannover getragen und fordern gleichzeitig bei der Stadt
Akteneinsicht bezüglich aller Verträge zwischen der Stadt und dem Luftsportverein Lüneburg. Laut UIrich Blanck hat die Landtagsfraktion der Grünen jetzt eine kleine Anfrage bei der
Landesregierung gestellt. "Dabei erhoffen wir uns klare Aussagen zum Lärmschutz. Denn Lüneburg ist der einzige in einem Stadtgebiet liegende Sonderlandeplatz in Niedersachsen, es
gelten besondere Beschränkungen: Die Anzahl der täglichen Flugbewegungen ist auf maximal 40 begrenzt. Bei einem Ausbau würde Lüneburgs Oberbürgermeister eine Verdopplung der Flugbewegungen auf 80 (Montag bis Freitag), 50 (Sonnabend) und 40 (Sonntag) zulassen wollen", meint Blanck und sagt weiter: "Der Luftsportverein selbst hat eine Erhöhung der Flugbewegungen auf 110 beantragt."

Weiterer Punkt der Anfrage ist, ob überhaupt Aussicht auf EU-Fördermittel für den Ausbau besteht. Wie berichtet, werden die Kosten für die geplante Asphaltpiste auf 950 000 Euro geschätzt. Da die Haushaltslage der Stadt eine solche Investition aus eigener Kraft nicht zulässt, sollen Fördermittel beantragt werden. Das sieht nicht nur der Bund der Steuerzahler äußerst kritisch (LZ berichtete). "Auch aus Sicht unserer Fraktion ist es höchst fraglich, ob das exklusive Hobby der Privatflieger einer Förderung aus Brüssel bedarf. Denn schließlich geht es hier um Steuergelder", sagt Blanck.

Und die Grünen fragen sich, warum der Lüneburger Luftsportverein bei der Sanierung nicht zur Ader gelassen wird. "Denn zurzeit ist der Landeplatz unentgeltlich dem privaten Luftsportverein überlassen, der im Gegenzug für die Unterhaltung aufkommt." Wenn der Verein nun mehr Starts und Landungen wünsche und die Piste ausgebaut werden solle, dann müsse der Verein doch auch an den Kosten beteiligt werden. Die Stadt-Grünen wollen sich deshalb ein genaues Bild von den Verträgen zwischen Stadt und Verein machen und haben deshalb Akteneinsicht beantragt.

 

Erscheinungsdatum: 12.06.2009

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.