Presseartikel: 16.10.2009 - Landeszeitung: Verhinderte Verschwendung

Verhinderte Verschwendung

Schwarzbuch lobt Abkehr von Asphaltpiste am Flugplatz

 

as Lüneburg. Nicht nur Fälle von Steuergeldverschwendung dokumentiert das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, das gestern vorgestellt wurde. Im Fokus stehen auch Fälle, in denen dem Steuerzahler unnötige Ausgaben erspart geblieben sind. Dazu gehört auch der von der Stadt Lüneburg geplante Ausbau einer Asphalt-Landepiste am Flugplatz, der inzwischen vom Tisch ist.

Gegen das Projekt hatten die Fraktion der Grünen im Stadtrat sowie die Bürgerinitiative "Lüneburg gegen Fluglärm" massiv Front gemacht. Ulrich Blanck (Grüne) und Dieter Lange von der BI sagten gestern: "Wir sind froh, dass wir durch rechtzeitigen Protest, die Stadt vor einer Steuerverschwendung geschützt haben."

Wie berichtet, wollte die Stadt die bestehende Gras-Landebahn zu einer asphaltierten Piste ausbauen. Das Argument: Stahlmatten der Piste seien durchgerostet, Drainagen beschädigt, ein sicherer Start und eine sichere Landung des Feuerwehrflugzeuges seien nicht gewährleistet. Die Kritiker bemängelten, dass ein Ausbau vorrangig dem Luftsportverein zugute komme, der für mehr Starts und Landungen plädiert hatte. Immerhin 950 000 Euro zuzüglich Grunderwerb sollte das Projekt kosten.

Anfang des Jahres appellierte der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen bereits an Oberbürgermeister Ulrich Mädge, die Stadt solle von dem Projekt wegen fehlender Wirtschaftlichkeit Abstand nehmen. Ende Juni hatte die Stadt die Ausbaupläne begraben. Nun soll die Graspiste ertüchtigt werden, die Stadt sprach von 250 000 Euro Kosten. "Das schont die öffentlichen Kassen und erfüllt die Flugzwecke in Lüneburg", heißt es im Schwarzbuch.

Auf dem neuesten Stand sind die Steuerschützer damit nicht. In der LZ hatten Mitglieder des Luftsportvereins jüngst erklärt, man werde die Sanierung der Graspiste aus eigener Kraft angehen, um einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten. "Über eine Beteiligung von Stadt und Firmen wären wir dankbar."

 

Erscheinungsdatum: 16.10.2009

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.