Presseartikel: 20.05.2011 - Landeszeitung: Flugplatz vor unsicherer Zukunft

Flugplatz vor unsicherer Zukunft

Luftsportverein möchte Pachtvertrag verlängern - Politik reagiert verhalten bis ablehnend

 

as Lüneburg. Der Luftsportverein Lüneburg (LVL) lädt am kommenden Sonntag, 22. Mai, zum Flugtag ein. Veranstaltungen wie diese sind Publikumsmagneten. Doch der Flugplatzbetrieb hat bekanntlich auch Kritiker. Ob er ab 2015 noch an diesem Ort besteht und der Pachtvertrag verlängert wird, steht in den Sternen.

Bereits im vergangenen Jahr kündigte der LVL an, dass er sich um eine Pachtverlängerung bei der Stadt bemüht. Der Vorsitzende Richard Meier sagt: "Wir sind guter Hoffnung, dass wir eine Verlängerung bekommen werden, sehen aber zurzeit keine politischen Mehrheiten für die Erhöhung der Startzahlen." Im Herbst möchte sich der LVL mit Politikern aller Fraktionen und Oberbürgermeister Ulrich Mädge zu Gesprächen treffen, "um zu gucken, was machbar ist". Stadtpressesprecherin Frauke Noweck dazu: "Vor 2013 ist die Verlängerung kein Thema."

Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm lehnt eine Verlängerung des Pachtvertrages kategorisch ab. Rückendeckung hat sie von Anfang an von den Grünen bekommen. Ulrich Blanck sagte jetzt zur LZ: "Wir sind gegen eine Pachtverlängerung über 2015 hinaus." Der Grund seien die Abstürze von Fliegern im Umfeld des Flugplatzes. "Unter anderem hinter der Steiner-Schule. Das zeigt, dass das Gefahrenpotenzial viel zu groß ist." Statistisch gesehen sei es alle zweieinhalb Jahre zu Flugzeugunfällen gekommen, "nur durch großes Glück sind keine Dritten zu Schaden gekommen". Eine Verlängerung sei politisch nicht zu verantworten. Dem vielfach beschworenen Argument, der Flugplatz müsse erhalten bleiben für das Feuerwehrflugzeug, kann Blanck nichts abgewinnen: "Unsinnig. Das kann auch in Uelzen oder Neuhaus starten und landen."

Für die SPD-Fraktion, deren Vorstand sich jüngst mit Vertretern der BI getroffen hat, sagt Heiko Dörbaum: "Wir stehen zu dem Ratsbeschluss aus dem Jahre 1997, der die Grundlage für den aktuellen Flugbetrieb bildet. Der Flugplatz ist für die Region wichtig. Im Regionalen Raumordnungsplan des Landkreises heißt es, dass der Sonderflugplatz angesichts der Bedeutung des Oberzentrums sowie der Belange des Katastrophenschutzes zu sichern ist." Allerdings sehe seine Fraktion keine Notwendigkeit für eine aktuelle Anhebung der Starts und Landungen. "Es besteht zurzeit kein dringender Handlungsbedarf für eine Vertragsverlängerung. Nach unserer Auffassung steht eine Verlängerung unter dem Vorbehalt der A 39-Planung und dem Gewerbeflächenbedarf der Stadt. Darüber hinaus sind Veränderungen bei der Bundeswehr nicht auszuschließen, wobei wir uns uneingeschränkt für den Erhalt des Standortes Lüneburg einsetzen."

Die Bürgerinitiative stimmt mit der SPD überein, dass keine Notwendigkeit für eine Erhöhung der Startzahlen besteht. Sie hält aber dagegen: Der Flugplatz habe für die Wirtschaftsregion keine Bedeutung, was die Flugbewegungen beweisen würden. Der Feuerwehrflugdienst sei ein vorgeschobenes Argument, um den Sonderlandeplatz zu erhalten. Und die BI ist "generell gegen eine Verlängerung des Pachtvertrages", weil sie auch weiterhin die Gefährdung und Lärmbelästigung sieht.

Dr. Gerhard Scharf, stellvertretender CDU-Chef, hat Verständnis für den Wunsch des LVL nach mehr Starts, aber auch für die Bürger, die sich über Fluglärm beschweren. "Eine Erhöhung der Starts scheint uns zunächst nicht notwendig, weil es unter der Woche noch Kapazitäten gibt." Zur Verlängerung des Pachtvertrages habe die CDU noch keine abschließende Meinung. "Eine zukunftsträchtige Lösung könnte sein, die Startbahn Richtung Kanal auf das Gelände der Kaserne zu verlegen."

 

Erscheinungsdatum: 20.05.2011

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.