Presseartikel: 22.09.2008 - Abendblatt: Nach dem Fördertaumel kommt die Ernüchterung

Nach dem Fördertaumel kommt die Ernüchterung

Die Stadt baut ihren Flugplatz an der Zeppelinstraße aus - ein weiteres Glied in der Kette. Derzeit wird im Rathaus ein großes Rad gedreht: Ausbau...

 

Die Stadt baut ihren Flugplatz an der Zeppelinstraße aus - ein weiteres Glied in der Kette. Derzeit wird im Rathaus ein großes Rad gedreht: Ausbau der Gewerbegebiete Bilmer Strauch zwecks Hafenertüchtigung, Bau der A 39 auf der Ostumgehung, alles mit öffentlichen Zuschüssen. Die Anwohner der im Osten gelegenen Stadtteile sind nicht begeistert - schon jetzt fühlen sich viele durch Ostumgehung und Flugplatz von Lärm und Abgasen gebeutelt. Doch Lüneburg als zentraler Verkehrsknotenpunkt in Sachen Schiene, Straße, Kanal und Piste - das ist womöglich zwei Nummern zu groß für das ehemalige Kur- und Beamtenstädtchen, das sich zur Universitätsstadt gemausert hat. Zumal die Stadt sich ihre Großprojekte aus eigener Kraft nicht würde leisten können. Da kommt Geld aus dem EU-Projekt "Ziel-1" gerade recht. Die Region gerät in den Fördertaumel. Ob der warme Regen allerdings an dem Ort und in der Menge fällt, wie erhofft, ist die Frage. Der Ansturm auf die Fördergelder ist immens, Ernüchterung kann bald folgen. EU-Mittel müssen aus dem eigenen Haushalt gegenfinanziert werden. Die Unterhaltung von Häfen, Kanälen und Pisten aller Art kostet viel Geld - Geld, das auch noch da sein muss, wenn die Förderungen nicht mehr laufen. Hier gilt es, eine sorgfältige Auswahl zu treffen, denn sicherlich will sich niemand später vorwerfen lassen, er hätte - anstatt notwendige Wirtschaftsförderung zu treiben - nur Partikularinteressen bedient.

 

Erscheinungsdatum: 22.09.2008

Mit freundlicher Genehmigung des Hamburger Abendblatt.