Presseartikel: 24.05.2011 - Landeszeitung: Luftnummern sorgen für Diskussionsstoff

Luftnummern sorgen für Diskussionsstoff

Besucher berichten über brenzlige Situation - Veranstalter: Zu keiner Zeit war das Publikum gefährdet

 

ca Lüneburg. Ist ein zweiter Unfall beim Flugtag nur durch Glück verhindert worden? Diesen Verdacht haben LZ-Leser. Der Luftsportverein sieht das anders. Bei der Schau sollen unter anderem drei Doppeldecker als Formation aufgestiegen sein. Eine dieser Maschinen hatte offenbar Probleme. Augenzeugin Sonja Haase schildert es so: "Kurz nach dem Start blubberte und spuckte der Motor von diesem blauen Doppeldecker laut. Dann fiel der Motor aus. Die Maschine kippte über den linken Flügel in Richtung Zuschauermenge. Ganz knapp schaffte es der Pilot, die Maschine abzufangen und sicher zu landen. Es hätte viel passieren können, weil der Flieger direkt auf die Menge zuschoss. Besucher flüchteten auch in den Hangar." Auch ein anderer Gast des Flugtages sagt, der Doppeldecker sei in geringer Höhe über die Besucher hinweg geflogen.


Der Vorsitzende des Luftsportvereins, Richard Meyer, empfand die Lage nicht so dramatisch, es sei auch niemand in Gefahr gewesen: Die Motorprobleme des Doppeldeckers seien am Ende der Startbahn aufgetreten. Der erfahrene Pilot habe eine "Umkehrkurve" geflogen und die Maschine sicher aufgesetzt. Im Zweifel hätte der Flieger aber auch geradeaus weiterziehen können. Auch könne man den Vorfall nicht generell auf alle Maschinen übertragen: "Das sind Flugzeuge aus den 30er-Jahren, liebevoll restauriert, mit heutiger Technik nicht zu vergleichen." Gleichwohl achte man darauf, dass zwischen Publikum und Maschinen genug Sicherheitsabstand bleibe.

Wie berichtet, hatte es einen Unfall gegeben: Ein anderes historisches Flugzeug hatte sich bei der Landung überschlagen. Grund seien eine Böe und ein Maulwurfshügel gewesen, hatte der Pilot später erklärt.

Beobachter beim Flugtag wollen eine andere Ursache ausgemacht haben: Der Flieger sei, so die Schilderung, als "Clown" unterwegs gewesen und habe schon beim Start aus Spaß ein Manöver geflogen, bei dem er mit einem Rad des Fahrwerks aufgesetzt sei, das sei beschädigt worden.

Das weist Flieger Meyer ebenfalls zurück. Er habe am Start gestanden und keinen Aufsetzer dieser Art beobachten können. "Aber selbst, wenn es so gewesen wäre, was hätte der Pilot denn machen sollen?", fragt Meyer rhetorisch. "Er musste doch wieder landen. Er ist nicht über die Zuschauer geflogen, da gab es keine Gefahr."

 

Erscheinungsdatum: 24.05.2011

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.