Presseartikel: 26.08.2009 - Landeszeitung: Fluglärm nervt auch in Wilschenbruch

Fluglärm nervt auch in Wilschenbruch

Anwohner: Flugplatz sollte verlagert werden

 

as Lüneburg. Die Front gegen Lärmbelästigung durch den Lüneburger Flugplatz wächst. Nachdem sich die Bürgerinitiative "Lüneburg gegen Fluglärm" seit Anfang des Jahres dafür stark macht, dass es nicht zu mehr Starts und Landungen kommt, schlägt nun ein Bewohner des Stadtteils Wilschenbruch in dieselbe Kerbe. Heiner Gierling plädiert: kurzfristige Einschränkung der Flüge, Einhaltung der Einflugschneisen sowie kurz- bis mittelfristig die Verlagerung des Flughafens, damit das Gelände als Gewerbegebiet genutzt werden kann.

Die Stadt und die zuständige Landesbehörde für Flugverkehr erklärten gestern unisono: Festgelegte Einflugschneisen gibt es nicht. Und Hoffnung auf eine Verlagerung des Flugplatzes besteht auch nicht. Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier: "Der Sonderlandeplatz soll dort bleiben. Es wird keine Suche für ein neues Gelände geben."

Gierling erläutert in einem Schreiben, dass nicht nur die Anwohner des Flugplatzes, sondern auch die Bewohner von Wilschenbruch von massivem Fluglärm betroffen seien. In Richtung Luftsportverein sagt er: "Stellen Sie sich vor, wenn Sie am Wochenende auf Ihrer Veranda sitzen und sich erholen. Da taucht unerwartet ein motorbetriebener Hobby-Flieger in 10 Metern Höhe über Ihrem Hause auf und dreht seine Runde." Diesen Lärm wolle er nicht länger erdulden, er werde demnächst in seinem Stadtteil eine Unterschriftenaktion anschieben.

Seine Ziele: keine Ausweitung der Flugzahlen, Einschränkung der Flüge insgesamt und insbesondere über dem Stadtgebiet und Wilschenbruch sowie letztendlich die Verlagerung des Flugplatzes. Der könne seiner Ansicht nach "im infrastrukturschwachen östlichen Landkreis womöglich Entwicklungsimpulse setzen".

Der Wilschenbrucher verweist auf eine Stellungnahme der Verwaltung von 2002, in der es hieß: Der Genehmigung des Flugplatzes liege ein Planfeststellungsbeschluss zugrunde, der auch die Einflugschneise enthalte. Gierling will auch wissen: Wie kann ich Flugzeuge identifizieren? Welche Strafe erwartet Piloten, die nicht genehmigte Luftkorridore durchfliegen? Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier sagt: "Es gibt keine festgelegten Einflugschneisen, aber Vorgaben wie und in welcher Höhe die Platzrunde zu fliegen ist." Auf der Homepage des LVL www.edhg.de gebe es zudem Infos für Piloten für die Nutzung des Flugplatzes. Auch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, GeschäftsbereichWolfenbüttel, zuständig unter anderem für die Sonderlandeplätze, bestätigt: Exakt festgelegte Linien für Korridore gebe es nicht. Dort hieß es auf LZ-Anfrage weiter: Flugzeuge seien unter der linken Tragfläche gekennzeichnet: D-vier Buchstaben bei Motorflugzeugen, D-vier Ziffern bei Segelflugzeugen. Einen festen Bußgeldkatalog gebe es für Piloten nicht, das seien Einzelentscheidungen.

 

Erscheinungsdatum: 26.08.2009

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.