Presseartikel: 27.03.2009 - Landeszeitung: Front gegen Flugplatzpläne

Front gegen Flugplatzpläne

120 Bürger kommen zu Info-Abend der Bürgerinitiative "Lüneburg gegen Fluglärm"

 

as Lüneburg. "Wir müssen wachsam sein und uns gemeinsam gegen das wehren, was Stadt
und Lüneburger Luftsportverein für den Flugplatz planen." So lautete der Appell der
Bürgerinitiative "Lüneburg gegen Fluglärm" bei einem Info-Abend in der Gaststätte kaffee.
haus. 120 Bürger waren der Einladung der BI gefolgt, die sich zwei Ziele gesetzt hat: "Den
Ausbau der Landepiste zu verhindern und sich langfristig dafür einzusetzen, dass der
Flugbetrieb völlig eingestellt wird", machte Dieter Lange, Vorsitzender der BI, klar.

Der Flugplatz, der heute in 500 bis 600 Metern Entfernung zur Wohnbebauung liegt, sorge
seit mehr als zwei Jahrzehnten für Auseinandersetzungen, sagte BI-Mitglied Dr. Heino
Rüschenschmidt. Rückblickend erläuterte er, dass es 1998 eine Genehmigung der
Bezirksregierung Weser-Ems gegeben habe. Danach dürften auf dem Sonderlandeplatz
Motorflugzeuge bis zwei Tonnen, Motorsegler, Segelflugzeuge und Ultraleichtflieger abheben,
und er diene als Landeplatz dem Luftsportverein Lüneburg (LVL). Gegen den Widerstand von
Bürgern hatte der Rat 1997 schon der Anhebung von Starts und Landungen zugestimmt.
Aktuell sind es montags bis freitags jeweils 40 Starts und Landungen, sonnabends 25,
sonntags 20. Damals habe es geheißen, das diene zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes.
"Anscheinend kommen die Manager nur sonntags, denn da brummt's auf dem Flugplatz",
meinte Rüschenschmidt.

Was die BI und Bürger jetzt wütend macht, rührt aus einem Arbeitspapier des LVL. "Der
Verein der Hobbyflieger will erhebliche Erhöhungen der Flugbewegungen. Montags bis
freitags sollen 80 Flugbewegungen von Flugzeugen ohne erhöhten Lärmschutz, dazu 180
Flugbewegungen von Flugzeugen mit erhöhtem Lärmschutz möglich sein, samstags 50 plus
180 und an Sonn- und Feiertagen 40 plus 180", so die Rechnung von Dr. Rüschenschmidt.
Dies bedeute nicht nur eine katastrophale Lärmbelästigung, sondern sei auch fahrlässig, denn
immer wieder käme es zu Abstürzen. Das Argument des LVL, dass aufgrund der Teuerung
mehr Mitglieder gezogen werden müssten und deshalb eine Anhebung der Starts und
Landungen unumgänglich sei, hält die BI für einen Hohn.

Hart ins Gericht ging Klaus Freytag, stellvertretender Vorsitzender der BI, mit den Plänen der
Stadt, die Landepiste auszubauen. Plötzlich verkünde der Oberbürgermeister, die Piste sei
marode, müsse erneuert werden, damit das Feuerwehrflugzeug rund ums Jahr starten könne.
"Das ist Unsinn, denn beim Katastrophenschutz sind Hubschrauber im Einsatz", meint
Freytag. Aus Sicht der BI geht's nur darum, die Landepiste für die Hobbyflieger zu
verbessern. Dass dafür 950 000 Euro ausgegeben werden sollen, habe jüngst auch der Bund
der Steuerzahler moniert.

Und die BI befürchtet, dass es noch schlimmer kommen könnte. "Der OB will EU-Mittel für
den Ausbau einwerben. Doch die fließen unserer Kenntnis nach nur, wenn der
Sonderlandeplatz in einen Verkehrslandeplatz umgewandelt wird", sagte Freytag. Dann
dürften dort Flugzeuge bis zu 5,7 Tonnen abheben, es gebe keine Beschränkungen für Starts
und Landungen und die Landepiste müsste auf 1300 Meter verlängert werden, schilderte
Freytag die Folgen und fragt sich: "Warum steht der OB so dahinter und hat eine
Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben?" Doch so einfach "politisch durchzudrücken" seien
die Pläne nicht, "wir werden uns wehren", war auch Tenor der Bürger.

 

Erscheinungsdatum: 27.03.2009

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.