Presseartikel: 27.06.2009 - Landeszeitung: Flieger landen weiter auf Gras

Flieger landen weiter auf Gras

Oberbürgermeister Ulrich Mädge begräbt Pläne für eine Betonpiste am Lüneburger Flugplatz

 

st Lüneburg. Die Flugzeuge werden am Lüneburger Flugplatz weiter auf Rasen statt auf Beton landen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge zog im Rat einen Schlussstrich unter die Ausbaupläne für den Flughafen - die Stadt hat dafür einfach kein Geld.

Stattdessen werde die Graslandebahn in den kommenden drei bis fünf Jahren saniert. "Die Feuerwehrflieger kommen bei nassem Wetter sonst nicht mehr hoch. Die Ertüchtigung ist unabhängig von der Zahl der Starts und Landungen", sagte Mädge. Geld beisteuern sollen das Land, der Landkreis sowie der Luftsportverein. Kostenpunkt: 250 000 Euro.

Deutlich teurer wäre mit 1,2 Millionen die Betonlösung gewesen. Erste Gespräche mit Gutachtern haben aber laut Mädge ein "geteiltes Bild" geliefert: "Das wären Steuergelder gewesen, egal ob sie von der Stadt oder von der EU kommen. Gutachten hätten erst klären müssen, ob die 1,2 Millionen den Nutzen gebracht hätten von der Sicherheit und vom Lärmschutz her, den wir uns erhofft haben." Das Thema ist erledigt: Die 20 000 Euro für zwei Gutachten wurden wegen der schlechten Haushaltslage gestrichen (LZ berichtete).

Die neue Situation wirke sich auch auf die Zahl der geplanten Starts und Landungen aus, erklärte die SPD gleich nach der Sitzung in einer Pressemitteilung. Die Frage des Lärms müsse geklärt werden. "Wir können uns aber lediglich Starts in einer Größenordnung von 20 bis 40 vorstellen", sagt Ortsvereinsvorsitzende Hiltrud Lotze.

Anlass der Diskussion war eine Anfrage der Grünen zu einem Flugzeugunglück Ende März nahe der Ostumgehung. Fachbereichsleiter Markus Moßmann schilderte die Umstände: "Das war kein Absturz. Es handelte sich um ein Ultraleichtflugzeug, das voll beladen und betankt war." Aufgrund des Gewichts habe der Pilot beim Start Probleme bekommen und nicht die nötige Höhe erreicht. "Er hätte den Start abbrechen können, das hat er leider nicht getan. Daraufhin hat er eine gezielte Notlandung eingeleitet." Eine Betonlandebahn hätte in diesem Fall laut Moßmann Vorteile gebracht: "Dann hätte die Absturzstelle 240 Meter weiter weg von der Wohnbebauung gelegen."

 

Erscheinungsdatum: 27.06.2009

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.