Presseartikel: 27.09.2008 - Landeszeitung: Asphalt für die Landepiste

Asphalt für die Landepiste

Oberbürgermeister stellt Pläne für Flugplatz vor - Feuerwehrflieger müssen ganzjährig starten

 

as Lüneburg. Linienmaschinen der Lufthansa landen auch künftig nicht auf dem Flugplatz Lüneburg, sondern weiter nur Flieger mit einem Maximalgewicht von 2000 Kilogramm. Alles andere stammt für Oberbürgermeister Ulrich Mädge aus dem Reich der Phantasie. Doch spekuliert wird in letzter Zeit viel, gerade von verängstigten Anwohnern im nahen Neu Hagen. Doch auch wenn mehr Unternehmer in Lüneburg landen wollen, so sagt Mädge: Wir bauen auch keinen Geschäftsflughafen. Die Stadt wolle lediglich die Piste asphaltieren, Kosten fast eine Million Euro.

Der Hauptgrund: Das Feuerwehrflugzeug muss das ganze Jahr starten können. "Das ist wichtig, um den Katastrophenschutz sicherzustellen." Im Rat erläuterte Mädge jetzt die Pläne. Den Anstoß hatten eine Anfrage der Grünen geben. Die Fraktion wollte nicht nur wissen, ob ein Geschäftsflughafen kommt, sondern auch, was auf Anwohner zukommt und wo ein neuer Standort sein könnte.

Die Graspiste ist 980 Meter lang. Das Problem: Auf der Westseite rosten im Boden eingelassene Stahlmatten, die Enden bohren sich durchs Gras. Außerdem ist die Drainage auf der Ostseite kaputt. Flieger können im Winterhalbjahr und nach Dauerregen nicht starten. Die Piste ist zu matschig. Doch es muss garantiert sein, dass das Feuerwehrflugzeug 365 Tage im Jahr abheben kann. Das sichtet nicht nur Waldbrände aus der Luft, sondern steigt auch bei großen Unfällen oder Katastrophen wie Hochwasser auf.

Ein weiterer Faktor für eine Asphaltpiste, so Mädge, sei der Wunsch des Luftsportvereins Lüneburg, die Anzahl der Starts und Landungen zu erhöhen (LZ berichtete). Immer mehr Mittelständler würden den Flughafen nutzen. Anwohner sehen das alles kritisch. Bereits Ende der 90er-Jahre hatte das Thema hohe Wellen geschlagen, als die bis dahin 15 Starts pro Tag erhöht wurden: Werktags dürfen seitdem 40 Flieger, sonnabends 25, sonntags 20 starten.

Mädge beruhigte: "Wir sind am Anfang der Überlegungen. Das soll ein transparenter Prozess werden", eine Bürgerversammlung werde dazu im kommenden Jahr stattfinden.

Nach erster Planung könnte eine 700 Meter lange Asphaltpiste entstehen, die Richtung Osten verrückt wird. Dies ermöglicht Flugzeugen, schneller abzuheben, an Höhe zu gewinnen, und sie drehen schneller ab - also weg vom Wohngebiet. Außerdem würden durch den Asphalt die Abrollgeräusche geringer, sagte Mädge.

Geplante Kosten für die neue Piste: Rund 950 000 Euro. Die Stadt setzt auf EU-Fördermittel. Der Rat der Stadt soll voraussichtlich Ende 2009 darüber entscheiden, ob das Projekt umgesetzt wird.

Für Ulrich Blanck (Grüne) bleibt fraglich, ob es nicht nur darum geht, Starts und Landungen erheblich zu erhöhen. Martin Bruns (SPD) konnte Blancks "Aufgeregtheit" nicht verstehen. "Da werden alle eingebunden." Die Liberalen, so Frank Soldan, lehnen zwar einen Geschäftsflughafen ab, "aber wir sind für alle Maßnahmen, die zu weniger Lärm führen. Und die Trainingsflüge für den Katastrophenschutz müssen garantiert sein". Dem pflichtete Eberhard Manzke (CDU) bei: "Wir sind in der Planungs- und nicht in der Entscheidungsphase."

Und ernsthafte Überlegungen, jetzt einen neuen Standort zu suchen, stellt die Stadt gar nicht erst an. Zuletzt scheiterte das bei Planungen parallel zum Elbe-Seitenkanal.

 

Erscheinungsdatum: 27.09.2008

Mit freundlicher Genehmigung der Landeszeitung Lüneburg.