Aktuelle Situation

Aktuelle Informationen der Hansestadt Lüneburg zum Bürgerentscheid, der aktuellen Situation und der Historie der Sonderlandebahn finden Sie auch unter 

https://www.buergerentscheid-lueneburg.de

 

Ausgangslage:

Auf die Antragsstellung zur Errichtung der Anlage und zum Betrieb des Sonderlandeplatzes seitens der Hansestadt Lüneburg und des Luftsportverein Lüneburg e. V. (LVL) folgte die endgültige Genehmigung im Juli 1998 durch die damalige Bezirksregierung Weser-Ems. Der heute ca. 20 Hektar große Landeplatz ist Eigentum der Stadt und wurde dem Luftsportverein über Jahrzehnte kostenlos überlassen. Bis 2015 existierte lediglich ein entgeltfreier Pachtvertrag. Zwischenzeitlich (2009) beantragte der LVL sogar die Asphaltierung des Geländes.

Auch auf Drängen unserer Bürgerinitiative wurde im Jahr 2015 erstmalig ein Vertrag mit einer jährlichen Pachtzahlung von 15.000 Euro zwischen Stadt und Luftsportverein geschlossen. Dieser verfügt über eine Laufzeit bis zum 31.10.2020 und sieht explizit keine Option auf Verlängerung vor. Innerhalb der fünf Jahre sollte der Luftsportverein einen alternativen Standort suchen und finden.

Die Situation um den Sonderlandeplatz Lüneburg schien mit dem Abschluss des Pachtvertrags geklärt gewesen zu sein. Im Jahr 2019 ist die Diskussion nun erneut entflammt.

 

Der Landeplatz darf bisher benutzt werden von: 

  • Motorflugzeugen bis 2,0 t höchstzulässige Flugmasse
  • Motorseglern, Segelflugzeugen, Ultraleichtflugzeugen
  • Hubschraubern bis 5,7 t höchstzulässige Flugmasse

 

Zweck des Landeplatzes: 

„Der Landeplatz dient dem Luftsportverein Lüneburg e.V. (…) Andere Luftfahrzeugführer dürfen den Platz mit vorheriger Zustimmung des Platzbetreibers nutzen.“ 

 

Zeitliche Beschränkungen: 

Der Flugbetrieb ist werktags erlaubt von 7.00 bis 22.00 Uhr,
an Sonn- und Feiertagen von 7.00 bis 13.00 Uhr und 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr.
Landungen dürfen auch später erfolgen.

 

Beschränkungen der Zahl der Flugbewegungen von Motorflugzeugen bis 2 t Flugmasse:

Montag – Freitag                               80 Flugbewegungen = 40 Starts und 40 Landungen
Samstag                                              50 Flugbewegungen = 25 Starts und 25 Landungen
Sonntag                                               40 Flugbewegungen = 20 Starts und 20 Landungen

Grundsätzlich gibt es keine Beschränkung für das Feuerwehrflugzeug.

 

Entwicklungen seit 2019:

Offenbar ist es dem Luftsportverein nicht gelungen oder er hat sich nicht ernsthaft bemüht, einen alternativen Standort für seine Hobbyflieger zu finden. Die Intensität der Bemühungen zur Suche einer Alternative kann nicht gänzlich beurteilt werden. Fakt ist, dass auch umliegende Gemeinden kein Interesse daran haben, knappe und begehrte Gewerbeflächen für einen Sonderlandeplatz zur Verfügung zu stellen.

Auf Grund dessen hatte der Luftsportverein im Sommer 2019 einen Antrag auf Verlängerung des bestehenden Pachtvertrags mit der Stadt Lüneburg gestellt. Dieser Antrag wurde in der Ratssitzung am 29.08.2019 mit 26:13 Stimmen durch den Rat der Stadt Lüneburg in öffentlicher Sitzung abgelehnt. Insbesondere die Fraktionen der SPD und der Grünen haben sich ihrer Wahlversprechen zur Kommunalwahl 2016 erinnert und sich gegen eine Verlängerung des Pachtvertrags über das Jahr 2020 hinaus ausgesprochen.

Da der Vorstoß des Luftsportvereins scheiterte, hat dieser nun einen Antrag auf ein Bürgerbegehren mit möglichem Bürgerentscheid zur Verlängerung des Betreibervertrags um weitere 15 (!) Jahre gestellt. In einer breit aufgestellten Aktion haben die Mitglieder des Luftsportvereins im 1. Quartal 2020 eine Unterschriftensammlung zu einem Bürgerbegehren in Lüneburg durchgeführt. Die Verwaltung der Hansestadt Lüneburg überprüfte anschließend die Unterschriften der Wahlberechtigten der Hansestadt Lüneburg. Der Verwaltungsausschuss erklärte daraufhin das Bürgerbegehren für zulässig und entschied, den Bürgerentscheid am 14. Juni 2020 durchzuführen.  

 

Die Nachfolgenutzung des Sonderlandeplatzes hat aus Sicht unserer BI nichts mit der aktuellen Diskussion einer Verlängerung des Pachtvertrags zu tun. Selbst wenn keine Bebauung des Areals möglich sein sollte, ist auf Grund der Lärmbelästigung und vor allem auch der Sicherheit der Bürger der Hansestadt Lüneburg der Flugbetrieb am derzeitigen Standort einzustellen. Ausgangslage war und ist immer die Lärmbelästigung und Gefährdung der Anwohner insbesondere im Osten der Stadt.