Die Behauptungen des LVL

Behauptung des LVL, die „Lärmbelästigung sei gering“.

Diese Aussage ist durch nichts belegt. Vielmehr entsteht der Lärm nicht nur durch die Starts und Landungen, sondern insbesondere durch die zahlreich geflogenen Platzrunden in niedriger Höhe. Dies hängt mit dem Standort des Flugplatzes mitten im Stadtgebiet zusammen, eine absolute Ausnahme bei den Flugplätzen im Land Niedersachsen, die fast immer weit außerhalb dicht bebauter Wohngebiete liegen.

 

Behauptung des LVL, es fänden „1.100 Anflüge für Gewerbe und Tourismus“ statt.

Es wird nicht differenziert zwischen gewerblichen und touristischen Anflügen. Erstere sind – auch nach Auskunft der Wirtschaftförderung Lüneburg – äußerst gering. Touristische Anflüge sind aber für die Stadt Lüneburg von keinem großen Vorteil. Außerdem geht aus einer eigenen Broschüre des Luftsportvereins hervor, dass es im Jahr 2018 lediglich 338 gewerblich und touristisch veranlasste Flugbewegungen gab.

 

Behauptung des LVL, es stünden „Gewerbeflächen im Bereich Bilmer Berg II“ zur Verfügung.

Dies ist falsch. Zum einen gibt es dort kein Planungsrecht, zum anderen keine Verkaufsbereitschaft des Eigentümers. Unsicherheit besteht darüber hinaus wegen der noch längere Zeit laufenden Planverfahren für die A 39.

 

Behauptung des LVL, „die CO2-Bilanz wird durch den Wegfall des Flugplatzes und die dort entstehenden zusätzlichen Gewerbebetriebe erhöht“.

Dies ist falsch, denn es entfallen die CO2-Emissionen des Flugverkehrs, während zusätzliche CO2-Emissionen, wenn nicht auf dem Gelände des Flugplatzes, dann durch ohnehin stattfindende Gewerbeansiedlungen zum Beispiel in Winsen erfolgen. Bei den gewerblichen Emissionen handelt es sich also um ein Nullsummenspiel, mit dem Nachteil für den Raum Lüneburg, dass Gewerbesteuereinnahmen an anderer Stelle generiert werden.

 

Behauptung des LVL, „die einzige Kaltluftschneise im östlichen Stadtgebiet wird zerstört“.

Dies ist nicht richtig, denn

  1.  kann die Kaltluftschneise durch die Freihaltung eines Grünstreifens, wie von der Stadt geplant, erhalten bleiben und
  2. hat sie lt. Klimaanalyse keinerlei Funktion für die von höherer sommerlicher Wärmebelastung betroffene Innenstadt, denn sie strömt nach Nordwesten in den Bereich Lüner Holz/Kloster Lüne, also zum wenig bebauten Stadtrand hin. Dies ist in dem vom LVL selbst beigefügten Kartenausschnitt eindeutig erkennbar.

 

Behauptung des LVL, es bestünde „kein Bedarf an Erweiterungsflächen für die an den Flugplatz angrenzenden Gewerbebetriebe“.

Dies ist eine bloße Behauptung von angeblichen „Auskünften“ (von wem?), die durch nichts belegt ist.