Fakten zum Bürgerbegehren

Aktuelle Informationen der Hansestadt Lüneburg zum Bürgerentscheid, der aktuellen Situation und der Historie der Sonderlandebahn finden Sie auch unter 

https://www.buergerentscheid-lueneburg.de

 

Aktuelles zum Bürgerbegehren mit Bürgerentscheid

Mit Hochglanzbroschüren, die teilweise fragwürdige und zum Teil auch falsche Informationen enthielten, hat der Luftsportverein genügend Unterschriften für einen Bürgerentscheid auf Verlängerung eines Pachtvertrags um weitere 15 Jahre gesammelt. Dabei wurden immer wieder irreführende Argumente für einen Erhalt des Sonderlandeplatzes am jetzigen Standort in den Vordergrund gestellt:

  • Die Stadt Lüneburg verfolge eine vollständige Bebauung des Areals. Dadurch würden ökologisch wertvolle Flächen versiegelt und der Natur entzogen (z. B. Lebensraum von Bodenbrütern).
  • Der Sonderlandeplatz diene als Ausgleichsfläche beispielsweise für die Ansiedlung bzw. als Lebensraum der Haubenlerche. Diese Funktion sei bei der geplanten Bebauung gefährdet.
  • Die Funktion der Fläche als Kaltluftschneise für den Nordosten Lüneburgs wäre bei einer Bebauung nicht mehr gegeben und würde das Mikroklima nachhaltig negativ beeinflussen.
  • Der Feuerwehrflugdienst könne nicht mehr erfolgen.
  • Die Vereinsarbeit und das Vereinsleben würden zerstört und der Verein wäre in seiner Existenz gefährdet.
  • Der Sonderlandeplatz habe eine wichtige Funktion für Tourismus und Gewerbe der Hansestadt Lüneburg.

 

Die Fakten stellen sich jedoch wie folgt dar:

  • Die Stadt Lüneburg verfolgt keinesfalls die vollständige Bebauung des Areals! Immer wieder hat die Verwaltung darauf hingewiesen, dass lediglich etwa 40 % der Fläche als dringend benötigte Gewerbefläche genutzt und bebaut werden soll. Überwiegend handelt es sich dabei um bereits jetzt schon z. B. mit den Hallen für die Flugzeuge und dem Restaurant bebaute Flächen!

  • Es ist korrekt, dass ein Teil der Fläche bereits jetzt als Ausgleichsfläche z. B. für den Libeskindbau der Leuphana ausgewiesen ist. Daran soll und kann die Aufgabe des Sonderlandesplatzes nichts ändern! Oberbürgermeister Mädge hat im Rahmen einer Informationsveranstaltung unserer BI am 19.02.2020 ausdrücklich dargestellt, dass die naturschutzrelevanten Flächen erhalten bleiben sollen und müssen!

  • Die Relevanz der Fläche als Kaltluftschneise wird derzeit u. a. im Rahmen von der Hansestadt Lüneburg beauftragten Klima- und Umweltschutzstudien geprüft. Schon jetzt zeigt sich, dass die Kaltluftleitbahn gemäß Klimaanalyse die Innenstadt gar nicht erreicht, sondern nach Nordwesten stadtauswärts abgelenkt wird!

  • Das Feuerwehrflugzeug, das seine Bedeutung nach Einführung eines elektronischen Waldbrandwarnsystems in Nordostniedersachsen und der Einsatzmöglichkeit von Drohnen ohnehin eingebüßt hat, könnte wenn notwendig auch von einem anderen Flugplatz z. B. in Uelzen-Barnsen starten. Für eine Aufrechterhaltung des Feuerwehrflugdienstes ist der Erhalt des Sonderlandeplatzes Lüneburg nicht notwendig!

  • Die Existenz des Luftsportvereins ist nicht an den Sonderlandeplatz Lüneburg gekoppelt. Die Flieger könnten auch an einem anderen Standort ihrem Hobby nachgehen. Fakt ist, dass eine Vielzahl der Vereinsmitglieder nicht aus Lüneburg, sondern z. B. aus Hamburg und Umgebung stammt. Diese müssen nicht in Lüneburg starten und landen! Fakt ist weiterhin, dass der Luftsportverein im Vergleich zu vielen anderen Vereinen in Stadt und Landkreis Lüneburg nur über wenige Mitglieder verfügt und daher für das Vereinsleben eine eher untergeordnete Rolle spielt:

        Aktive Mitglieder des Vereins:          120
Passiv fördernde Mitglieder:              61
Jugendgruppe                                      18

Der Luftsportverein verfügt über 3 Motor- und acht Segelflugzeuge.
 

  • Im Jahr 2018 haben sich die Flugbewegungen (Starts und Landungen) wie folgt dargestellt:

        Segelflug                             ca. 1.900
Motorflug                              ca. 2.900

Von den aufgeführten Flugbewegungen waren nach Angaben des Luftsportvereins 338 gewerblich oder touristisch veranlasst. Dies entspricht bezogen auf die Motorflugzeuge lediglich 12 % der Flugbewegungen insgesamt!